Gertrud Zuelzers Gemälde "Mutter und Kind in traditioneller Volendamer Tracht" (um 1913) ist eine ergreifende Darstellung von mütterlicher Zuneigung und kulturellem Erbe.

Heute habe ich Gertrud Zuelzers Gemälde "Mutter und Kind in der Volendamer Tracht" gereinigt, das sich in keinem guten Zustand befindet. Aber es gibt eine Geschichte dahinter, die eine kleine Restaurierung wert ist! Mehr dazu erzähle ich Ihnen bei meinem Vortrag "Volendam, ein malerischer Hafen für Künstler aus aller Welt" am Sonntag, den 3. März 2024. Mehr Informationen über Gertrud Zuelzer und ihre Schwester im Jüdischen Museum Berlin finden Sie bereits hier.


Die Komposition ist intim, wobei die Motive den größten Teil der Leinwand einnehmen, was die Aufmerksamkeit des Betrachters direkt auf die Interaktion zwischen den beiden Figuren lenkt. Die Haltung der Mutter, die sich über das Kind beugt, schafft einen schützenden Bogen, während die konzentrierte Beschäftigung des Kindes mit einem Gegenstand in der Hand auf Lernen oder Spielen schließen lässt. Diese Interaktion ist von zentraler Bedeutung für die Erzählung des Gemäldes und unterstreicht die Themen der Pflege und der Weitergabe von Traditionen.

Zuelzers Pinselführung ist bezeichnend für die Neigung der Epoche zum Impressionismus, mit sichtbaren, ausdrucksstarken Strichen, die Textur und Lebendigkeit vermitteln. Die Farbpalette ist gedämpft und doch reichhaltig und besteht aus erdigen Tönen, die mit der traditionellen Volendam-Kleidung übereinstimmen, die für ihre erdigen Farben und komplizierten Muster bekannt ist. Die Kostüme sind mit Sorgfalt gemalt und spiegeln Zuelzers Liebe zum Detail und sein Engagement für kulturelle Authentizität wider.

Die Beleuchtung des Gemäldes ist subtil, spielt jedoch eine entscheidende Rolle bei der Hervorhebung der Figuren und ihrer Kleidung und verleiht ihnen Tiefe und Volumen. Die weiche Beleuchtung auf dem blonden Haar des Kindes und dem Gesicht der Mutter suggeriert eine warme und einladende Lichtquelle, die zur ruhigen Atmosphäre des Bildes beiträgt.

Die Mimik ist sensibel wiedergegeben; der Blick der Mutter ist nach unten gerichtet und suggeriert Aufmerksamkeit und Nachdenklichkeit, während das Kind vertieft zu sein scheint. Diese emotionale Resonanz ist ein Beweis für Zuelzers Fähigkeit, menschliche Gefühle und die Bande, die uns verbinden, einzufangen.

Als Werk des frühen 20. Jahrhunderts ist dieses Gemälde ein Zeugnis für die künstlerischen Strömungen dieser Epoche, in der sich das Persönliche mit dem Traditionellen vermischt. Es kann auch als ein Zeitdokument betrachtet werden, das die kulturelle Identität der Menschen in Volendam angesichts des Eindringens der Moderne bewahrt.